Federbein zu hart

Du siehst das Forum als Gast - als registriertes Mitglied stehen dir alle Forenbereiche zur Verfügung. Wir freuen uns auf dich!

  • Hallo, nach Umrüstung der Gabelfedern auf progressive Wilbersfedern, kommt jetzt die Frage, nach einer weicheren Federung hinten.

    Was empfehlt Ihr?

  • Interessante Produkte für die Yamaha BMW R nineT bei Amazon:

  • Morgen Olaf,


    ist zwingend, bei solchen Fragen immer etwas zum Mopped zu sagen. Also Bj., Modell, Laufleistung, evtl. noch Art der Nutzung.

    Da das Thema "Fahrwerk" extrem schwierig zu beantworten ist, kann ich ohne die oben angeforderten Info keine Meinung / Einschätzung äußern.


    Jetzt was zu sagen, wäre in der Kristallkugel gelesen.


    Gruß

  • Gut, also ein quasi neues Mopped und damit Federbein.


    Vorne sind progressive Federn drinnen. Die sorgen dafür, dass sich im normalen Fahrbetrieb nicht viel ändert. Erst, wenn z.B. beim Bremsen die Gabel stark einfedert ändert sich die Federrate. Es bedarf dann mehr Kraft, um die Gabel einen weiteren cm einzufedern. Hilft gegen Durchschlagen der Gabel beim harten Bremsen.


    Normalerweise würde ich sagen, ein weicheres Federbein hinten passt nicht zu einer härteren Gabelauslegung. Das sollte eigentlich immer in die gleiche Richtung gehen.


    Du kannst aber mal die Grundeinstellung überprüfen. Braucht aber mind. 2 Leute dafür, besser drei.


    Motorrad ganz entlasten, also hinten an den Griffen soweit hoch heben, bis die Schwinge nicht mehr weiter ausfedert. Dann den Abstand Achse - Rahmen messen. Danach draufsetzten und erneut messen. Die Differenz sollte jetzt ca. 1/3 des gesamten Federweges betragen. Also bei 120mm Federweg sollten sie hinten mit dir drauf - Füße auf den Rasten - ca. 40mm einfedern. Kannst ja mal versuchen, die Vorspannung der Feder etwas zu verringern und so das Federbein etwas weicher einzustellen. Eine Notlösung. Kostet nichts, daher einen Versuch wert.


    Wirklich richtig wäre es aber, sich ein voll einstellbares Federbein zu kaufen. Eine gute Wahl ist hier ein Wilbers 640, noch besser wäre das 642 (ist aber für die Straße nicht wirklich nötig). Damit kannst du dann das eigentliche Problem, die Dämpfung, ändern und auf deine Bedürfnisse einstellen.


    Ist ein solches Federbein eingebaut, heißt es probieren, probieren und nicht vergessen DOKUMENTIEREN!


    Gruß

  • Kleine Verbesserung von der Aussage von ER6- Treiber. Das was man beim original Federbein einstellen kann ist nicht die Härte die ist immer gleich. Was man einstellen kann ist im endeffekt der negative Federweg. Sprich wie weit die Maschine beim daraufsetzen einfedert. Das ist dazu da das wenn man mit Gepäck oder Sozius fährt den gleichen negativen Federweg hat. Das Federbein von Wilbers ist eigentlich härter Sprich die Federrate der Feder ist härter, man kann aber die Zugstufe einstellen was dazuführt das das Federbein langsamer oder schneller ausfedert. Man kann die Federrate nicht ändern die ist immer Konstant. Wenn man z.b.: das Wilbers 642 kauft kann man die Druck und Zugstufe einstellen was einem ein besseres Ansprechverhalten ermöglicht.

    Wie kommt es das dir das Federbein zu hart ist? Die meisten jammern eher das es zu weich ist und dadurch der Grip am Kurvenausgang fehlt. Also bei mir es jedenfalls so.


    Lg:kaffee

  • Jaja, die gute alte Goldwaage. Gut, korrekte Beschreibungen vereinfachen das Verständnis. Allgemein gilt mehr Negativfederweg mit weniger Vorspannung als "weicher" da beim Aus- und wieder Einfedern mehr Weg zurückgelegt wird auf dem die Dämpfung arbeitet und mit der geringeren Federvorspannung ja ein anderer Arbeitsbereich genutzt wird.


    Ohne die aktuelle Einstellung und die fahrerischen Präferenzen zu kennen, macht es m.E. eh keinen Sinn Empfehlungen auszusprechen.

  • Ich bin da etwas skeptisch ob man den unterschied wirklich spürt. Außerdem verändert das auch die Geometrie von Motorrad das kann mehr negative folgen haben als positive. Bin eine Zeit lang meine Er6-f bei maximaler Vorspannung gefahren und hatte sehr wenig grip am Vorderrad. Laut der Racetech Fahrwerksbibel liegt das wriklich an der zu hoch eingestellten Vorspannung. Wie das sein kann weiß ich nicht aber nach dem wieder umstellen auf stufe 4 von 7 war der grip vorne wieder hergestellt.

  • Ihr habt ja Recht, ohne Frage. Vorspannung rausnehmen bewirkt nicht viel, macht aber die Hinterhand etwas weicher. Kostet auch erst einmal nichts. Da das Federbein noch neu ist, hielt ich einen Versuch für lohnenswert. Bei einem alten Federbein hätte ich gleich zu einem Neuen geraten.

    Eine hochwertige Lösung geht natürlich nur mit einem voll einstellbaren Federbein für die Hinterhand. die Anpassung von Zugstufe, Druckstufe und Federvorspannung sind dann möglich.


    ABER:

    Das Einstellen eines Fahrwerks ist noch schwieriger, als einem Motor Leistung einzuhauchen. Was für den einen ideal ist, empfindet der nächste als unfahrbar. Ist also immer eine Sache von Versuch und Irrtum bis es für dich passt.

    Glaub niemals jemandem, der dir sagt, wie dein Fahrwerk einzustellen ist. Er kann es nicht wissen. Grobe Grundeinstellung ja, alles weitere musst du erfahren.


    Erst auf der Renne kann dir jemand sagen, ob das Reifenbild für ein "im Groben" korrekt eingestelltes Fahrwerk spricht. Immer auf dich, dein Mopped und deine Fahrweise bezogen.


    Wenn du dich für ein neues Federbein entscheidest, lass es vom Hersteller auf Deine Werte einstellen. Das passt meist ganz ordentlich. Dann immer notieren, wie die Einstellungen sind. Erst dann was ändern.

  • Danke für Eure Tipps, beim raufsetzen passiert fast nichts und ich wiege 80 kg. Das ist viel zu hart. Andere Feder gibt es wohl nicht? 400 Euro sind mir definitiv zu viel Kohle.


    Gruß Olaf

  • Hi Olaf,

    iwie, verwundert mich, das Deine Kiste so schlecht federt.

    Kenne eine Frau hier aussm Forum, die Deine Mopete fährt.

    Sie wiegt max. 50kg u. hat keine Probleme, mit der HR-Federung?

    Beste Grüße
    Ritsch ;)

  • Wenn sich ein 80 kg Kerl auf eine ER setzt, muss was passieren, sonst stimmt was nicht.

    Hast du mal die Wege an der Hinterhand gemessen? Wie weit federt das Federbein ein, wenn du draufsitzt?


    Wie weiter oben bereits geschrieben, sollte es dann ca. 1/3 des Federweges einfedern, also so ca. 40 mm, gemessen senkrecht über der Radachse.


    Gefühle und Einschätzungen wie "passiert fast nichts" sind hier fehl am Platz. Die täuschen einfach zu häufig. Also messen und Stück für Stück Fehler ausschließen ist der einzige Weg zum Erfolg. Oder zur Erkenntnis, dass deine Einschätzung falsch ist - auch ein Erfolg.


    Gruß